Sexualethik

EKD lässt Positionierung ruhen


Der Rat der EKD hat das seit Sommer 2010 in Arbeit befindliche Papier Sexualität als Gottesgeschenke und Gestaltungsaufgabe auf zunächst unbestimmte Zeit auf Eis gelegt. Das oberste Leitungsgremium der Evangelischen Kirche sehe keine Möglichkeit, die Ergebnisse der Kommissionsarbeit zur Sexualethik in der laufenden Amtsperiode abschließend zu behandeln.


Der evangelische Sozialethiker Peter Dabrock, Vorsitzender der ad-hoc-Kommission zur Sexualethik, bedauert diesen Schritt. Die Protestanten verpassten damit eine Chance. Gerade in sexualethischen Streitfällen können die Evangelische Kirche ihr Profil herausstellen und einen Korridor verantwortbarer Vielfalt öffnen. Gleichzeitig müsse sie in diesen Fragen auch eine Grenze markieren, „auch gegenüber Kreisen, die sich als fromm und bibeltreu bezeichnen“, forderte der Theologe gegenüber dem Evangelischen Pressedienst.


Vorausgegangen ist die kontroverse Debatte um die Orientierungshilfe zu Ehe und Familie, die den Rat der EKD im vergangenen Herbst bewog, die Kammer für Theologie zum evangelischen Eheverständnis arbeiten zu lassen. Die klassische Ehe solle „Leitbild bleiben, wir wollen aber auch keine Diskriminierung anderer Formen“, erklärte EKD-Präses Schneider im Kontext der Diskussion vor der Synode.