Kirchendebatte

Schwaetzer begrüßt Linie des EKD-Familienpapiers


Die neue Vorsitzende des evangelischen Kirchenparlaments, Irmgard Schwaetzer, hat sich hinter das umstrittene Familienpapier der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) gestellt. Sie begrüße es ausdrücklich, wenn Partner «in Familien, die nicht dem klassischen Bild entsprechen, Verantwortung füreinander übernehmen und die Menschen dort in Liebe miteinander leben», sagte die Präses der EKD-Synode am Dienstag im Radiosender WDR 5. «Das sind Beziehungen, die nach unserer festen Überzeugung auch von Gott genauso angenommen werden wie die klassische Familie.»


Schwaetzer betonte, dass sich die evangelische Kirche damit nicht vom traditionellen Bild von Familie verabschiede: «Das ist auch nach dem Willen der Autoren dieser Schrift überhaupt nicht der Fall», sagte die frühere FDP-Politikerin, die am Sonntagabend in Düsseldorf überraschend in das oberste Laienamt der evangelischen Kirche gewählt worden war.


Nach Kritik vor allem von konservativer Seite an der Orientierungshilfe zur Familie will die EKD ihr Verständnis der Ehe klarer herausstellen. Mit der Erarbeitung des Textes wurde die Kammer für Theologie beauftragt. Die 160 Seiten umfassende, sozialpolitisch ausgerichtete Orientierungshilfe «Zwischen Autonomie und Angewiesenheit - Familie als verlässliche Gemeinschaft stärken» war im Juni vorgelegt worden. Darin fordert der Rat der EKD, alle Familienformen anzuerkennen und zu stärken, auch homosexuelle Partnerschaften und sogenannte Patchworkfamilien. (Ev. Pressedienst, 12. November 2013)