Katholische Kirche

Frauenbenachteiligung nicht mehr hinnehmbar


Die katholische Kirche will den Anteil von Frauen in Führungspositionen erhöhen. "Wir wären als Kirche verrückt, wenn wir auf die Begabung von Frauen verzichten würden", erklärte der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, zum Abschluss eines ersten kirchlichen Mentoring-Programms zur Steigerung des Anteils von Frauen in kirchlichen Leitungspositionen. Jede Form der Frauenbenachteiligung sei nicht hinnehmbar und letztlich gegen den Willen Gottes gerichtet.


Marx betonte den Reichtum der verschiedenen Geschlechter. Gott habe Freude daran, dass es Frauen und Männer gebe. "Als Kirche und Gesellschaft haben wir nicht immer so gehandelt, wie es die Bibel sagt und Gott will: dass Frauen und Männer einander auf Augenhöhe begegnen. Hier brauchen wir einen neuen Aufbruch, auch in unserer Kirche", räumte der Münchner Erzbischof ein. Bereits Papst Johannes XXIII. (1881-1963) habe daran erinnert, dass es zu den Zeichen der Zeit gehöre, eine Gleichberechtigung der Geschlechter im Lichte des Evangeliums zu ermöglichen, so der Kardinal.


Das "Mentoring-Programm zur Steigerung des Anteils von Frauen in Leitungspositionen in der katholischen Kirche" wird vom Hildegardis-Verein zusammen mit den deutschen Bistümern und in Kooperation mit der Deutschen Bischofskonferenz ausgeführt. Ziel ist es, weibliche Nachwuchskräfte auf Führungspositionen in der katholischen Kirche vorzubereiten und zu einer geschlechtergerechten Personal- und Organisationsentwicklung beizutragen. Das Programm wirbt den Angaben zufolge für den Arbeitsplatz Kirche, will den Anteil von Frauen in Leitungspositionen steigern und eine nachhaltige Nachwuchssicherung ermöglichen.
Evangelischer Pressedienst, 23. Juni 2017