ahzw_01_08Frauenraum Küche

"Wer sich nicht wehrt, endet am Herd!" Das war das Lebensgefühl ganzer Frauengenerationen und Schlachtruf im Kampf der Geschlechter. Noch sitzt die Furcht tief, bei erster Gelegenheit zurück an den Herd, den verhassten Ort der Verbannung ins Private, geschickt zu werden. Zugleich ist unübersehbar: Küche hat Konjunktur. Immer mehr Frauen haben nicht schlecht Lust, sich ihre Küche zurück zu holen.

 

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Du musst zu Kräften kommen!
von Luise Metzler
Komm, iss etwas! Die Totenbeschwörerin von En-Dor spricht zu dem Mann, der eigentlich ihr Todfeind ist. Ihre Küche - soweit biblisch von "Küche" gesprochen werden kann - ist der Raum, in dem dem verzweifelten, zum Tod bestimmten König Saul Güte und Barmherzigkeit geschenkt wird.

Die Hausfrau und die Schülerin des Rabbi
von Angelika Scholte-Reh
Zwei Frauenrollen in der frühchristlichen Gemeinde
Maria zu Füßen des Rabbi, seinen Worten lauschend. Und ihr gegenüber Martha. Die Frau, die, wenn auch nicht widerspruchslos, dieweil in der Küche für die Gäste sorgt. Inbegriff und über Jahrhunderte den Frauen als Vorbild hingestelltes sittsames Hausmütterchen. Eine Rolle, die weder Martha noch anderen Frauen passt.

Küchenlast und -lust
Eine andächtige Betrachtung
von Christine Wunschik
Auch wenn die ideologischen Vorzeichen wechselten: Klare Küchen-Rollen wurden den Frauen über Jahrtausende zugewiesen. Doch haben sie erst einmal verstanden, dass die Küche keineswegs der einzige Ort ist, an dem sie ihre Kompetenzen entfalten können, lässt Küche sich neu entdecken: als Ort des sinnlichen Erlebens, als Ort der Abwechselung und des Genießens.

Vergesst die Gastfreundschaft nicht
von Karin Hartz-Hellemann
Zum Stichwort "Gastfreundschaft" gibt es nur wenige Bibelstellen. Und doch ist die Tischgemeinschaft als Bild für Gemeinschaft mit Gott und den Mitmenschen tief im Christentum verankert. Sie als christliches Markenzeichen zu erinnern und zu üben öffnet Türen. Unter Umständen sogar für Engel.

"Decken Sie mit uns die Tafel"
Sabine Werth im Porträt
von Bettina Röder
Vor 15 Jahren gründete die Sozialarbeiterin Sabine Werth die "Berliner Tafel". Inzwischen gibt es 750 bundesweit. Besuch bei der Chefin eines Erfolgsunternehmens für Bedürftige.

Bauhaus
Vom Höhlenfeuer zur Frankfurter Küche
von Beate Blatz
Am Anfang war das Feuer. Es loderte in der Mitte der Höhle. Am bisherigen Ende die intelligente Küche mit elektronisch vernetzten Küchengeräten. Dazwischen 20.000 Jahre Geschichte der Küche. Doch immer noch nehmen die Menschen die Küche und bauen sie in ihr Familienleben ein - als Mittelpunkt des häuslichen Lebens. Weiterlesen

Kochstudio
Merkpunkte für den Einkaufszettel
von Petra Stubakov
Kochshows boomen, zahllose Frauenmagazine bieten wöchentlich neue Rezepte zum Nachkochen. Und doch sind die Ausgaben für Lebensmittel in den letzten Jahrzehnten im Verhältnis zum Einkommen immer weiter gesunken. Welchen Preis wir - und andere - für den Griff nach den billigen Lebensmitteln wirklich zahlen, merken wir oft erst später. Manchmal zu spät.

Kunsthalle
Wo Kitsch und Kunst ihr Süppchen kochen
von Kirsten Beuth
Gemaltes und Gesticktes, Gereimtes und Ausgestelltes: Küchen waren und sind immer auch Räume, in denen Kunst gemacht und angeschaut wird. Orte, an denen Notwendiges und Zweckmäßiges ebenso zuhause sind wie Ausgefallenes und scheinbar Nutzloses. Wo mit Milchreis mit Zucker und Zimt der bloße Hunger gestillt wird - und mit "Brikett vom sauren Seeteufel mit zweierlei vom gekochten Ochs" Kochkunst zelebriert. Eins von Männern, das andere von Frauen?

Beziehungsfeld
Gemeinschaft in kleinen und großen Küchen
von Hanne Finke und Simone Kluge
Küchen sind Räume für "Essen und mehr". Küche ist, wo wir mit den Händen arbeiten und nebenher die Gedanken schweifen lassen oder Radio hören, Kinder erziehen oder heikle Themen mit FreundInnen erörtern können. Küche ist, wo wir Essen kochen und zugleich genüsslich wahrnehmen, wie es knackt und zischt und brodelt und duftet. Küche ist Lebens-Raum.

Arbeitsplatz
Küche und Kochen sind Kinder ihrer Zeit
von Martina Feulner
Küche als Mittelpunkt der Wohnung und das Kochen als zentrale Aufgabe im Zusammenleben einer Familie sind nicht mehr so selbstverständlich wie noch vor einigen Generationen. Entsprechend hat sich die Arbeit in der Küche verändert. Was bleibt, ist die Herausforderung, für die Versorgung der Haushaltsmitglieder einen Weg zu finden, der zu den heutigen Lebensbedingungen passt.

Chemielabor
Vom Pökelsalz zum Phytosterin
von Gudrun Kordecki
Es ist nicht bekannt, wann die Menschen begannen, ihre Nahrung nicht nur zu sammeln, sondern zu garen, zu würzen und zu konservieren. Jedenfalls nutzten sie Chemikalien, vor allem die Klassiker Zucker und Salz, schon lange bevor sie verstanden hatten, warum und wie diese im einzelnen wirkten. Heute sind den Ideen der Lebensmitteltechnologie kaum noch Grenzen gesetzt. VerbraucherInnen sollten sich allerdings fragen, welche Innovationen tatsächlich sinnvoll für die Ernährung sind - und welche eher Mogelpackungen.

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