TagesImpuls 29. Januar 2013

 



Sich dem Leben stellen

Weil es noch immer eine weltweite Tatsache ist, dass wir Frauen die unsichtbaren Dimensionen der Hausarbeit kennen, weil wir noch immer den größten Teil dieser unbezahlten Arbeit im Haus und für die Familie leisten, weil wir wissen, wie viel es braucht, bis ein Brot gebacken, ein Kleid genäht, ein Kranker gesund gepflegt ist, sind wir dazu aufgefordert, kritisch über die Privatsphäre hinaus gesellschaftlichen Strukturen und ihre Folgen für die Bevölkerung zu hinterfragen.

Pfarrerin Dr. Meehyun Chung >>> Frauenmahlsrednerin in Marburg

 






 

Impuls zur Woche

Mut-willig werden

 unschuldslamm photocase.com


Sind Sie eine mutige Frau? „Nein, mutig bin ich nicht“, werden Sie jetzt vielleicht denken.


Aber wie werde ich denn mutig? Wie gelingt es mir, Mut zu finden? Das ist nicht immer einfach. Mut überfällt mich nicht. Ich muss Mut fassen. Das ist aktiv, kreativ. Ich muss mich überwinden und mich einer Situation stellen. Auch die Bibel hält kein einfaches Rezept bereit. Sie empfiehlt kein Fitnessstudio für Mut-Willige. Doch so viel erfahren wir: Mut beginnt im Geist. Mut hat seinen Sitz nicht im Bauch, sondern im Herzen oder im Sinn. Mut geht vom Alltag aus. Mut ist ein bewusstes Ja gegen das Nein, ist Leben gegen den Tod. Mut ist eine Einstellung: lebensbejahend, zielorientiert, wertorientiert, zuversichtlich, hoffnungsvoll, Gott vertrauend. Wer Mut hat, der lebt mit Sinn und Verstand, der bezieht Position.


Dorothee Sölle hat einen Satz geprägt, den Sie vielleicht schon einmal gehört haben: Christsein bedeutet das Recht, ein anderer zu werden. Als Christinnen und Christen brauchen wir uns nicht von den Maßstäben der Gesellschaft bestimmen zu lassen, denn „zur Freiheit hat uns Christus befreit!“, wie Paulus schreibt (Galater 5, 1). Diese Freiheit gilt für uns alle. Diese Freiheit bedeutet, dass wir befreit und unabhängig unsere Wege gehen, dass wir an den Stellen, an denen unser Herz für eine Sache brennt, mutig sein können und unseren Mund aufmachen – egal, was andere von uns denken.

 






 

 

Frauenmahl, eine Initiative des
FSBZ Frauenstudien- und -bildungszentrum in der EKD

Unsere Tages- und Wochenimpulse finden Sie hier als Countdown zum Frauenmahl am 3. Mai 2013 auf dem 34. Deutschen Evangelischen Kirchentag. Die >>> Autorinnen der Wochenimpulse sind in der evangelischen Frauenarbeit tätig.