8. Generalversammlung des ÖFCFE

Europäisches Christinnentreffen in Loccum

Teilhabe und Verantwortung - Auf dem Weg der Gerechtigkeit ist Leben

Im Ökumenischen Forum christlicher Frauen in Europa (>>> ÖFCFE) sind Christinnen verschiedener Konfessionen aus über 30 Ländern engagiert. Erstmals findet die Generalversammlung des Forums in Deutschland statt. Tagungsort ist vom 23. bis zum 29. August 2010 die Evangelische Akademie Loccum.

Vor etwas mehr als zwei Jahrzehnten war Europa geteilt, viele Grenzen waren undurchlässig, Kontakte zwischen Ost und West nur schwer möglich. Waltraud Liekefett, geboren 1940, hat diese Zeit bewusst miterlebt. Doch abfinden wollte sich die Protestantin mit der Teilung nicht. „Ich war einfach neugierig auf die Frauen in den osteuropäischen Ländern“, erzählt sie, „ich wollte ihnen begegnen und nicht nur etwas über sie aus der Zeitung erfahren“. Kurz nach dem Fall der Mauer tritt die Diplom-Pädagogin aus Braunschweig deshalb dem ÖFCFE bei. Diese Ökumenische Organisation wurde 1982 in der Schweiz gegründet und setzt sich seitdem für die Vernetzung von Frauen aller christlichen Kirchen in Europa ein. Sowohl kirchliche Frauengruppen als auch Einzelpersonen können sich dem ÖFCFE anschließen. Heute ist Waltraud Liekefett eine von zwei gleichberechtigten Nationalkoordinatorinnen des ÖFCFE. Gemeinsam mit der Katholikin Elisabeth Bücking leitet sie das Forum in Deutschland.


Alle vier Jahre trifft sich die Generalversammlung des ÖFCFE. Dem Vorstand der deutschen Sektion ist es gelungen, sie dieses Jahr zum ersten Mal nach Deutschland zu holen. Vom 23. bis zum 28. August werden über 150 Frauen in der Evangelischen Akademie in Loccum erwartet. Die Versammlung steht unter dem Motto: „Teilhabe und Verantwortung – Auf dem Weg der Gerechtigkeit ist Leben“. In Bibelarbeiten, Vorträgen, Podien, Diskussionen und Workshops sollen die Frauen erarbeiten und erfahren, wie sie Gerechtigkeit einfordern und selbst gerecht handeln können. Die Schweizer Theologin Ina Praetorius, Klara Butting aus Uelzen und die Vorsitzende der Europäischen Frauenlobby, Brigitte Triems, sind neben anderen als Referentinnen eingeladen. Eine ökumenische Feier beschließt die Versammlung am 28. August in Hannover. Bei allen Veranstaltungen des Ökumene-Forums sind Gäste herzlich willkommen.

Miteinander zu reden, das ist das zentrale Anliegen der ÖFCFE-Frauen. Ein Dialog auf Augenhöhe ist ihnen wichtig. Regelmäßige Treffen von Frauen aus Nachbarländern bieten den Rahmen für solch einen Austausch. Oder auch das Prinzip: „Jede ist Schülerin, jede ist Lehrerin“, das bei der so genannten Ökologischen Sommerschule des ÖFCFE gilt, die etwa alle zwei Jahre stattfindet. Ein weiteres Projekt zur Versöhnung in Europa ist das >>> Egeria-Pilgerprojekt, benannt nach einer Pilgerin aus dem 4. Jahrhundert. Jedes Jahr wandern Frauen auf den Spuren Egerias von Nordspanien in Richtung Jerusalem durch ein Land.

„Durch das ÖFCFE hat Europa für mich ein Gesicht bekommen“, begründet Waltraud Liekefett ihr Engagement. „Europa, das sind Surpi aus Bulgarien, Meeli aus Estland, Nadezda aus Russland, Pia aus den Niederlanden, Inge aus Österreich und Nata aus der Slowakei.“ Diesen Frauen ist Waltraud Liekefett auf früheren ÖFCFE-Treffen begegnet. Jetzt hofft sie, möglichst viele von ihnen in Loccum wiederzusehen. 

 

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