EFiD-Resolution zum Asylrecht

Gerechtigkeit kennt keine Grenzen


„Wenn ein Fremdling bei euch wohnt in eurem Land, den sollt ihr nicht bedrücken. Er soll bei euch wohnen wie ein Einheimischer unter euch, und du sollst ihn lieben wie dich selbst.“ (3. Mos 19,33f)


„Ich bin ein Fremder gewesen und ihr habt mich aufgenommen“ (Mt 25,35b)


In biblischer Tradition ist Menschen Recht und Gerechtigkeit zugesagt, zuallererst denen, die arm sind, unter Verfolgung leiden und fremd sind. Die Evangelischen Frauen in Deutschland e.V. (EFiD) setzen sich für alle Menschen ein, die vor Krieg, Bürgerkrieg, Hunger und Gewalt oder Verfolgung aufgrund von Religion oder sexueller Orientierung fliehen und Zuflucht in Deutschland suchen. In dieser Tradition treten die Evangelischen Frauen in Deutschland als Christinnen für unverbrüchliches, unantastbares Recht auf Asyl ein.


Es gilt das Recht auf Asyl und Bleiberecht ebenso zu schützen wie die Würde eines jeden einzelnen Menschen. Staatliche und soziale Fürsorge muss ebenso allen gelten, die in prekären Situationen leben, weil sie beispielsweise von Arbeitslosigkeit und Obdachlosigkeit betroffen sind. Infam ist es, Einheimische gegen Fremde auszuspielen.


Die Evangelischen Frauen in Deutschland fordern die bundes- und landespolitisch Verantwortlichen auf, das Asylrecht uneingeschränkt zu schützen, entsprechend zu erweitern und die beschlossenen Verschärfungen des Asylrechts zurückzunehmen. Wir fordern die zuständigen landes- und kommunalpolitisch Verantwortlichen auf, dafür zu sorgen, dass der notwendige besondere Schutz für Frauen und Mädchen berücksichtigt und gewährleistet wird.


Wir unterstützen die verantwortlichen Politiker_innen, die fremdenfeindlichen, menschenverachtenden Äußerungen entschieden entgegentreten und alle Angriffe auf Flüchtlinge, ihre Helfer_innen und Unterkünfte mit allen Mitteln des Rechtsstaates bekämpfen.


Das ehrenamtliche Engagement unglaublich vieler Frauen und Männer ist außerordentlich beeindruckend. Die Mitgliederversammlung der EFiD dankt allen, insbesondere den Frauen ihrer Mitgliedsorganisationen, für alle sichtbaren Zeichen einer Willkommenskultur. Ehrenamtlich Engagierte brauchen ein sorgsames und anteilnehmendes Miteinander. Es führt zur Überforderung, wenn Ehrenamtliche dauerhaft hauptamtliche und institutionelle Hilfe ersetzen. Die Mitgliederversammlung dankt ebenso allen, die sich in Gesprächen, bei Demonstrationen und anderen Veranstaltungen gegen Ressentiments, Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Gewalt engagieren.


Die Evangelischen Frauen in Deutschland rufen ihre Mitgliedsorganisationen sowie weitere Initiativen, Vereine und Verbände auf, der Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche und Rechtsextremismus beizutreten und so ein sichtbares Zeichen gegen gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit innerhalb und außerhalb der Kirchen zu setzen.


Einstimmig beschlossen durch die Mitgliederversammlung der Evangelischen Frauen in Deutschland e.V.
Hannover, 21. Oktober 2015