GesellschaftsPolitik

"Armut wächst, Regierung spart"

Nationale Fokuswoche gegen Armut und Ausgrenzung

Armut wird in Deutschland wieder Normalität. Durch die jüngsten Sparbeschlüsse der Bundesregierung wird diese bittere Realität weiter verschärft, kritisiert Dr. Wolfgang Gern, Sprecher der Nationalen Armutskonferenz (nak). Während in den letzten zwei Jahren mehr als 28 Milliarden an Steuersenkungen die Besserverdienenden massiv entlastet hätten, würden nun zur Gegenfinanzierung allein 31 Milliarden Euro an Hilfen zur Armutsbekämpfung bis 2014 eingespart werden.

„Wir brauchen dringend eine sachliche Diskussion über Ziele und Erfolge der Armutsbekämpfung in Deutschland“, betont der amtierende Ratsvorsitzende der EKD, Präses Nikolaus Schneider. Es gehe eben nicht nur um Hunger, sondern auch um gesellschaftliche Teilhabe. „Wir vernachlässigen Menschen in ihrer Entwicklung und wundern uns dann, dass sie immer weiter abrutschen und nicht mehr zu motivieren sind“, ergänzt Professor Gerhard Wegner, Direktor des Sozialwissenschaftlichen Instituts.

11,5 Millionen Bundesbürgerinnen und Bundesbürger sind schon heute arm oder von Armut bedroht. Mit einer nationalen Fokuswoche gegen Armut und Ausgrenzung will die Nationale Armutskonferenz das öffentliche Bewusstsein für die Lage armer Menschen schärfen. In der Nationalen Armutskonferenz haben sich die Wohlfahrtsverbände Diakonie, Caritas, Arbeiterwohlfahrt, das Deutsche Rote Kreuz, der Deutsche Gewerkschaftsbund und andere zusammengeschlossen. Die Fokuswoche ist Teil des Europäischen Jahres 2010 zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung.

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