Frauenstimmen zur Papstwahl

Katholikinnen erhoffen Reformen


Mit der Wahl des neuen Papstes Franziskus verbinden viele die Hoffnung, dass sich die katholische Kirche den großen sozialen und ökologischen Problemen zuwenden wird. „Jorge Mario Bergoglio zeigt mit der Wahl des Namen Franziskus, wo er seine Schwerpunkte sieht. Als Anwalt der Schwachen ist er ein sehr politischer Mensch“, sagte Katrin Göring-Eckhardt, Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland und Bundestagsspitzenkandidatin der Grünen, gegenüber evangelisch.de.


Die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) wertet es als ermutigendes Zeichen, dass sich die Kardinäle für einen Nachfolger Petri entschieden haben, der erstmalig aus Lateinamerika kommt und erhofft sich ein Ende des Reformstaus in ihrer Kirche. „Vor allem die Frauen schauen jetzt mit großen Erwartungen nach Rom. Sie hoffen, dass Papst Franziskus ihnen mehr Führungsverantwortung in der Kirche zutraut und ihre Berufungen ernst nimmt, so dass in die Diskussion um Dienste und Ämter für Frauen Bewegung kommt“, kommentiert die kfd-Bundesvorsitzende Maria Theresia Opladen die Papstwahl. Darüber hinaus würde die kfd es begrüßen, wenn der neue Papst den regionalen Bischofskonferenzen der Weltkirche Spielraum für eigenständige Entscheidungen einräumte. So wäre es für den Bereich der Deutschen Bischofskonferenz wichtig, zeitnah pastorale Lösungen für den Umgang mit Geschieden-Wiederverheirateten umzusetzen.


Die Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen, Annette Kurschus, äußerte sich evangelisch.de gegenüber verhalten. Ein einzelner Mensch könne die drängenden Probleme seiner Kirche nicht lösen. "Nach dem Pontifikat Benedikts XVI. sind unsere ökumenischen Erwartungen gedämpft", sagte Kurschus. "Wir freuen uns aber über jeden kleinen Fortschritt. Unsere Hoffnung ist, dass der neue Papst seinem Titel als 'Pontifex Maximus', das heißt 'größter Brückenbauer' alle Ehre machen wird."


Auch Göring-Eckhart warnt davor, zuviel Hoffnung an einen einzigen Menschen zu knüpfen. Der neue Papst sei trotz seiner Sensibilität für die Probleme der Armen kein Vertreter der aus Südamerika kommenden Theologie der Befreiung. (14. März 2013)